Keine Frage, der Mensch muss essen, um leben zu können. Allerdings, wenn jeder immer wüsste, was er so zu sich nimmt, dann würde es sicher vielen den Appetit verderben. In Zeiten, in denen man oft nur dank der
In vielen Fertiggerichten sind Lebensmittelzusatzstoffe
enthalten - Foto: © Andreas F.
Lebensmittelindustrie etwas auf den Teller bekommt, sind mehr oder minder große "Sünden" an der Tagesordnung. Da wird schon mal mit verdorbenem Fleisch und mit gepanschten Weinen Geschäft gemacht, da kann feinst geraspeltes Holz für Erdbeergeschmack sorgen und ein Ei, das mit Dioxin belastet ist, ist leider auch kein Einzelfall. Dennoch, diese und ähnliche Fälle sind immer noch die Ausnahme und werden, wenn sie denn herauskommen, völlig zu Recht als Skandal be- und verurteilt.
Was dagegen ganz und gar unser täglich Brot ist, das sind die Zusatzstoffe, die sich in unseren Lebensmitteln befinden. Vorausgesetzt, alles geht legal und innerhalb der vorgeschriebenen Höchstmengen zu, dann ist gegen diese Zusatzstoffe im Prinzip kaum etwas einzuwenden. Kriminell wird es erst, wenn die Hersteller den Produkten Stoffe beimischen, die entweder nicht erlaubt sind oder bei denen die Menge überschritten wird. Hier soll aber nicht von den schwarzen Schafen die Rede sein, sondern von der tagtäglich hunderttausendfach geübten legalen Praxis.
Wozu braucht man Lebensmittelzusatzstoffe?
Wozu, mag man sich fragen, braucht die Industrie überhaupt Zusatzstoffe und was für Stoffe sind das eigentlich? Vor allem um die zweite Frage auch nur im Ansatz beantworten zu können, müsste ein chemischer Fachaufsatz geschrieben werden. Deshalb nur so viel: Lebensmittelzusatzstoffe - und das wird überraschen, sind grundsätzlich verboten. Für dieses Verbot gibt es aber einen sogenannten Erlaubnisvorbehalt. Das wiederum bedeutet, dass den Herstellern gestattet wird, in bestimmten Lebensmitteln bestimmte Stoffe in bestimmten Mengen zu verwenden. Außerhalb dieser definierten Ausnahmen ist die Verwendung nicht erlaubt.
Der Gesetzgeber versucht also nach bestem Wissen und Gewissen, die Verbraucher zu schützen. Ob das im Einzelfall immer überprüft werden kann, das ist eine andere Frage.
Zusatzstoffe haben in der Lebensmittelindustrie wichtige Aufgaben. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Produkte nicht so schnell verderben. So verzögern sie etwa den Oxidationsprozess und verhindern damit, dass Fett ranzig wird. Auch das mikrobielle Wachstum kann mit einem Zusatzstoff gehemmt werden; das entsprechende Lebensmittelprodukt verdirbt nicht so schnell.
Aber nicht nur die Haltbarkeit profitiert von Zusatzstoffen. Solange ein Stoff gesundheitlich unbedenklich ist, darf er auch eine technische Funktion haben. Damit wird den Produzenten die Arbeit erleichtert. So können etwa Emulgatoren die Streichfähigkeit eines Produkts verbessern. Andere Stoffe werden als Rieselhilfen eingesetzt oder als Backtriebmittel. Gerade dieses letzte Beispiel zeigt, dass Lebensmittelzusatzstoffe keineswegs immer furchterregend sind. Backpulver ist schließlich auch in jeder privaten Küche gang und gäbe.
Die E Nummern
Da Lebensmittelhersteller grenzübergreifend tätig sind und Zusatzstoffe auf der Verpackung aufgelistet werden müssen, hat sich die Europäische Union dazu entschlossen, die Stoffe mit sogenannten E-Nummern einheitlich zu kennzeichnen. Das hat die Stoffe ganz zu Unrecht in Verruf gebracht. Vor allem die deutschen Verbraucher assoziieren mit E-Nummern immer noch das hochgiftige Pflanzenschutzmittel "E 605". Dort stand das "E" für "Entwicklungsnummer". Bei den Lebensmittelzusatzstoffen steht der Buchstabe dagegen für "Europa" und für "edible", das englische Wort für "essbar".
Text: S. H.
Noch mehr Infos über die Lebensmittelzusatzstoffe finden Sie auch bei wikipedia.de
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